Du bist was du isst … und denkst.

Wenn ich 2020 auch nur eine Sache gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass deine Gedanken und Überzeugungen dich formen und dein Handeln beeinflussen. Ich bin relativ reflektiert und habe vor allem im Frühjahr 2020, als meine Existenz auf dem Spiel stand, gemerkt, wie sehr man sich von seinen Gedanken beeinflussen lassen kann. Ich habe mir Hilfe geholt, um meine Gedanken zu ordnen (Danke an Anna: @mindfuel.coaching) und um für mich festzustellen, dass eigentlich ziemlich viele Dinge in meinem Leben, ziemlich cool sind. Das allein hat schon geholfen, zu realisieren, wie gut es mir geht. Natürlich gibt es Tage, an denen ich in negative Denkmuster falle, sobald etwas mal nicht so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, aber ich rufe mir dann einfach ins Gedächtnis, was 2020 beruflich & privat an positiven Dingen passiert ist und wie überzeugt ich von dem bin, was ich tue.

Kurz gesagt gab es wenig Gründe negativ zu denken oder an mir zu zweifeln. Und dennoch habe ich an jeder noch so positiven Emotion irgendwas Negatives gefunden. Ich lerne, abgespeicherte Dinge aus meiner Kindheit abzulegen und neu zu denken: Macht Bock. Weil es sich gut anfühlt.

Wie dich deine Überzeugungen und Bewertungen lenken

>> Deine Überzeugungen werden deine Gedanken.
Deine Gedanken werden deine Worte
Deine Worte werden dein Handeln
Dein Handeln wird zu deinen Gewohnheiten
Deine Gewohnheiten werden zu deinen Werten
Deine Werte werden zu deiner Bestimmung <<

Körper und Geist gehören zusammen. Der physische Körper kann unmittelbar von deinen Gedanken beeinflusst werden und hat einen direkten Einfluss auf die Steuerung der Körperphysiologie (Bruce H. Lipton, Intelligente Zellen, 2015). Die Energie und Kraft der Gedanken kann die Proteinproduktion der Zelle aktivieren oder hemmen. Allein diese Tatsache sollte Anlass genug sein, sich auf die schönen Dinge im Leben zu besinnen und das wahr zu nehmen, was wir haben. Und in Deutschland haben wir ziemlich viel davon, woran in vielen Ländern der Welt gar nicht zu denken ist. Es macht also absoluten Sinn, auf deine Gedanken genau so viel acht zu nehmen, wie auf deinen materiellen Körper.

Die Fußballfans unter euch erinnern sich vielleicht noch an Christoph Daum. Ja, ja, der Typ mit der verschnupften Nase aus dem Jahre 2000. Der jedenfalls hat seine Spieler über brennende Kohlen laufen lassen. Wer ab und an mal den Grill anwirft, weiß, dass allein der kurzfristige Kontakt mit heißer Kohle, ordentliche Verbrennungen hervorrufen kann. Mittlerweile gibt es weltweit Tausende von Menschen, die über glühende Kohlen gegangen sind. Ohne Verbrennungen. Natürlich gibt es bei Personen, die über die gleiche Kohle gelaufen sind, aber auch Verletzungen. Funktioniert halt nur über das Mindset und ist ungefähr gleichzusetzen mit dem Eisbaden. Das ist nämlich auch nicht zwingend für jeden gut. Dazu verlinke ich hier mal den Artikel von Vincent (https://intelletics.com/kalt-baden-regeneration-immunsystem-mindset-kraft-die-wissenschaft-und-praxis/)

Positives Denken alleine wird jedoch wahrscheinlich nicht ausreichen, um das Mindset auf den Kopf zu stellen. Es wird unsere Gesundheit und Wohlbefinden steigern und es ist natürlich besser positiv zu denken, als schwächende Gedanken durch den Kopf fliegen zu lassen, aber um ein Mindset zu ändern und alle Möglichkeiten des eigenen Körpers auszuschöpfen, müssen wir uns das Bewusstsein und Unterbewusstsein anschauen.

Das Bewusstsein repräsentiert unsere persönliche Identität und ist der kreative Teil unseres Geistes. Es kann in die Zukunft sehen, die Vergangenheit Revue passieren lassen und Probleme in unserem Kopf lösen. Das Bewusstsein beschwört unsere positiven Gedanken herauf.

Das Unterbewusst sein hingegen speichert erlernte Verhaltensweisen, die durch entsprechende Reize abgerufen werden. Zu unserem Leidwesen reagiert das Unterbewusstsein auf die gleichen Signale immer mit dem gleichen Verhalten. Erinnerungen und Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, werden dort abgespeichert und auch nicht vergessen. Die Männer unter uns kennen das vielleicht (also zumindest bin ich so ein Chaot). Wir drücken einfach grob auf unserer Zahnpastatube rum, um Zahnpasta auf unseren Bürsten zu platzieren. Eure Partnerin hat jedoch gelernt, dass man die Tube von hinten nach vorne ausdrückt und regt sich jedes Mal darüber auf, wenn die Zahnpastatube wieder gequetscht aussieht. Das löst in eurer Partnerin automatisiert Ärger aus und ist eine Reaktion des Unterbewusstseins auf ein erlerntes Verhalten.

Das Unterbewusstsein ist weitaus mächtiger als unser Bewusstsein. Jetzt kann man dreimal raten wer gewinnt, wenn wir versuchen positive Gedanken in unseren Kopf zu „prügeln“ während Sie mit den gespeicherten Programmen des Unterbewusstseins in den Boxring treten. Ich setze hier einen 10er auf das Unterbewusstsein. Wenn man als Kind zum Beispiel gemobbt wurde und einem immer und immer wieder gesagt wurde, dass man hässlich, dick oder schwach ist, so speichert das Unterbewusstsein dieses Programm und ständig wiederholte Gedanken wie „Ich bin schön“, werden wahrscheinlich von den abgespeicherten Erinnerungen aus der Kindheit weggeschubst.

Unser Verstand hat nur etwa 5% unserer Zeit das sagen. 95% unserer Erfahrungen werden durch gelernte und unterbewusst gespeicherte Programmierungen bestimmt (Szegedy-Mazak 2005). Unser Unterbewusstsein trifft also unsere alltäglichen Entscheidungen und ist ein Abbild von dem, was wir vor allem in den ersten Jahren unserer Kindheit von unseren Eltern erworben haben.

Es gibt Hoffnung

Wir sind in der Lage, unsere Reaktionen auf bestimmte Reize zu überprüfen und alte Verhaltensweisen zu ändern. Dazu müssen wir uns aber dem Mohammed Ali unseres Körpers stellen: Dem Unterbewusstsein.

Unsere Überzeugungen haben eine besondere Wirkung auf unser Verhalten. Jeder kennt Placebos. Wenn man von etwas überzeugt ist, wird es in manchen Fällen auch „heilen“, auch wenn vielleicht Smarties statt Kopfschmerztabletten eingenommen wurden. In meiner täglichen Arbeit treffe ich immer wieder auf Menschen, die zum Beispiel Antidepressiva einnehmen und damit Symptome lindern und sich besser fühlen. Das ist in allererster Linie cool. Denn: Wer heilt, hat Recht. Die Frage ist nun, ob es die Pille ist, oder vielleicht einfach der beruhigende Gedanke, etwas eingenommen zu haben, dass jetzt höchstwahrscheinlich hilft. Puh. Durchatmen.

Das Gegenteil von Placebos sind die sogenannten Nocebos. Wenn man zum Beispiel Rückenschmerzen hat und sich in ein MRT-Gerät legt und danach Botschaften wie „Uhh, das sieht nach einem dreifachen Bandscheibenvorfall aus, wir sollten operieren, sonst wird das nix mehr“ abspeichert, dann wird das wahrscheinlich einen Rucksack voll negativer Überzeugungen und Emotionen bedeuten. Gehen wir kurz zurück zu Christoph Daum. Die Personen, die sich die Füße verbrannt haben, waren höchstwahrscheinlich nicht ausreichend überzeugt davon, über die glühende Kohle laufen zu können.

Also:

Unsere Überzeugungen steuern unser Leben und natürlich ist es kein Fehler durch eine rosarote Brille zu schauen und positiv zu denken. Von den positiven Gedanken sollten wir allerdings auch überzeugt sein.

Wenn wir unsere Überzeugungen ändern, ändert sich auch die neurochemische Zusammensetzung des Blutes und das wiederrum führt zu Veränderung in den Körperzellen. Die subjektiven Erfahrungen (also unsere persönliche Wahrnehmung, Überzeugung, Bewertung) ist machtvoller als die objektive Situation (Wirklichkeit).

Und das kann man trainieren. Genau so wie einen Bizeps. Man muss es nur tun. Oh, Tschuldige Anna (@mindfuel.coaching): Man DARF es tun.

>> Eine Zelle ist eine Maschine, die aus Erfahrungen Biologie macht << (Dobbs 2013)

 

 

Verwendete Literatur

Bruce H. Lipton (2019): Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern 5. erweiterte Auflage 2019