Nicht noch ein Home Office Tutorial – oder: How to not cheat all day long

COVID-19 bestimmt unser Land, unsere Welt. Der Großteil der Menschen in Deutschland steht wahrscheinlich zum ersten Mal vor solch einer Ausnahmesituation. Unser Leben – und insbesondere das Arbeitsleben vieler – steht Kopf. Viele Unternehmen, von klein bis groß, schliddern gerade in existenzielle Probleme und werden auf die Hilfen der Bundesregierung zurückgreifen müssen. Wer den Ernst der Lage verstanden hat, bleibt aktuell zu Hause, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, das Gesundheitssystem zu entlasten und letztlich möglichst zügig wieder eine Art Normalzustand herstellen zu können.

Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken gemacht, was ich dazu beitragen könnte. Natürlich ist mir auch sofort das Thema „Home Office“ in den Kopf geschossen. Ich würde sagen nahezu alle meiner Kunden arbeiten momentan von zu Hause. Nun gibt es schon eine ganze Menge Guidelines, wie man sein Home Office einrichten, sitzen, das Licht ausrichten oder die Schultern entspannen sollte. Daher möchte ich an dieser Stelle auf ein Thema fokussieren, dass oft unterschätzt wird, den meisten aber sehr bekannt bekannt vorkommen sollte: Wie schaffe ich es, im Home Office weder ununterbrochen, noch ständig ungesund zu essen?

Aber wie?

Starten möchte ich mit einem Thema, zu dem es unzählige Experten und noch mehr Meinungen gibt. Ich bin sicher nicht der größte Ernährungsguru. Und ich denke genau das ist mein Vorteil, wenn ich versuche, anderen Menschen Hilfestellungen in diesem Bereich zu geben. Zuallererst: Das Thema Ernährung darf in meinen Augen zu keinem Zeitpunkt Stress auslösen – weder, wenn du deine Mahlzeiten planst, noch wenn du sie zubereitest. Hier kommen ein paar simple Tipps, die du sofort umsetzen kannst, um deinen Körper mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen und der Gefahr des ständigen „Snackens“ während des Arbeitens von zu Hause entgegenzuwirken.

  1. Nimm jede Mahlzeit bewusst ein. Ebenso banal wie wirksam. Egal, ob du alleine bist oder nicht: Lege bewusst eine Pause zum Essen, setze dich an einen anderen Tisch oder lege den Laptop weg. Iss in Ruhe und kaue die Nahrungsmittel gut. Du nimmst deine Sättigung besser wahr und vermeidest ein Völlegefühl durch „overeating“.
  2. Nimm die Mahlzeit bewusst wahr. Hey, kein Hahn kräht danach, wenn man ausnahmsweise mal Unfug isst. Wichtig ist nur, dass man sich dessen aber bewusst ist. Wenn du einen ganzen Becher Ben & Jerrys einsaugst, dann solltest du es dir danach nicht schlecht reden, sondern bewusst genießen. Das Ganze nennt man auch positive Psychologie. Einfach mal positiv denken und nicht alles negativ assoziieren.
  3. Lege den Fokus auf Gemüse. Jede Mahlzeit sollte mindestens zwei Hände Gemüse enthalten. Zum einen macht es satt, zum anderen versorgt Gemüse deinen Körper mit Nährstoffen, die für gute Laune sorgen. Auberginen, Tomaten und Paprika schützen vor freien Radikalen und sind super für leckere mediterrane Gerichte. Babyspinat, Feldsalat, Himbeeren, Brombeeren und Bananen sind weitere empfehlenswerte Lebensmittel. Neben Gemüse ist auch Fisch, wie zum Beispiel Lachs, Thunfisch oder Hering, aufgrund seines Omega-3-Gehaltes, welches entzündliche Prozesse im Körper lindern kann, ein echtes „Gute-Laune-Lebensmittel“. Versuche nicht nur in der aktuellen Situation auf industriell hergestellten Zucker zu verzichten.
  4. Größere Mengen Kohlenhydrate solltest du dir „verdienen“. Zu Hause bewegst du dich weniger als im Alltag. Daher ist es wichtig, dir die Spaghetti Bolognese, zum Beispiel durch eine kleine Trainingseinheit erst zu verdienen.
  5. Trinke ausreichend Wasser. Auch ein Klassiker, den ohne Ausrede sofort umsetzen kann. Meine Empfehlung: Drei Liter Wasser pro Tag.
  6. Sensibel für Stress? Dann sei vorsichtig mit Koffein. Kaffee kann eine Art Stresssituation hervorrufen. Koffein blockiert das Signal, das unserem Gehirn sagen möchte, dass unser Körper mal etwas herunterfahren sollte. Wenn du dich selbst als Kaffee Junkie bezeichnest, könntest du mal probieren, für zwei Wochen auf das schwarze Gold zu verzichten. Vor allem, wenn dir die aktuelle Situation ohnehin schon auf die Seele schlägt.
  7. Ohne jetzt das „Hamstern“ zu empfehlen, solltest du dich mit Lebensmitteln für circa eine Woche eindecken. Und damit meine ich jetzt nicht die Xte Packung Klopapier. Gemüse, Obst, Fisch/Fleisch, Nüsse, Sprossen sind eine gute Wahl. So gerätst du nicht in Versuchung, hungrig einkaufen zu müssen und du kannst Mahlzeiten für mehrere Tage vorbereiten. Das spart Zeit und Aufwand.
  8. Vergiss deine Ziele nicht. Wenn du schon länger ein Ziel verfolgst, sollte der Virus dieses auch nicht beeinflussen. Ich empfehle, dir ein klares Ziel für die „Zeit in Quarantäne“ (und danach) zu formulieren – auch für die Ernährung. Schreibe das Ziel sowie drei positive Dinge, die du erlebt oder geschafft hast, auf. Das hebt die Stimmung und motiviert dich, am Ball zu bleiben.
  9. Hab Geduld. Das Gehirn benötigt etwas Zeit, sich auf neue Dinge einzustellen (ca. vier, wahrscheinlich eher acht Wochen). Aber wenn man ehrlich ist: Gibt es einen besseren Zeitpunkt als jetzt?

 

Fazit: Ernähre dich ausgewogen. Gönn dir auch mal was. Formuliere ein Ziel und nehme dir abends Zeit positive Ereignisse in ein Buch zu schreiben. Bleib am Ball.