Laut einer Studie der Boston Consulting Group würden 85% der homosexuellen Beschäftigten sich gerne outen. Lediglich 37% haben dies bislang getan. Dazu wurden rund 4000 Menschen befragt. 500 davon in Deutschland. Deutschland belegt in dieser Kategorie den letzten Platz. Natürlich handelt es sich dabei um eine kleinere nationale Studie, aber ehrlich gesagt möchte ich die genauen Zahlen gar nicht wissen.

Ich persönlich bin an Frauen interessiert und habe daher persönlich noch keine großen Berührungspunkte mit diskriminierenden Kommentaren gehabt. Ist ja auch normal, Frau/Mann, Mann/Frau. Die Gesellschaft liebt das. Allerdings habe ich schon mitbekommen, wie homosexuelle Kollegen und Kolleginnen aufs übelste auf ihre Neigung reduziert wurden. Das Homophobie ein breit gefächertes Problem ist, und nicht nur auf den Arbeitsplatz, sondern auch auf die Familie, Freunde, Gesellschaft etc. runter zu brechen ist, ist denke ich mal jedem Leser bekannt. Man braucht nur mal ins Fussballstadion oder durch die Fußgängerzone zu gehen.

Ich frage mich. Wie kann es sein, dass Schwule, Lesben oder Transsexuelle in Teilen der Arbeitswelt Diskriminierung oder sogar Einbrüche ihrer Karriere erleben müssen? Ganz einfach. Weil das Thema nach wie vor verharmlost wird. Es ist sozusagen „Standard“ geworden, eine Person als „Schwuchtel“ oder „Tucke“ zu bezeichnen und es gehört einfach nicht zum guten Ton, eine homosexuelle Person in einer Führungsposition zu sehen.

Wow.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Es gibt sicher auch sehr viele, wenn nicht sogar eine Mehrzahl, an Unternehmen, denen es völlig egal ist, mit welchem Geschlecht oder welcher Person man gerne Zeit verbringt. Schließlich geht es im Endeffekt um die erbrachte Leistung.

Machen wir eine Zeitreise.

Wenn wir 2-3 Jahre in die Zukunft fliegen werden solche Themen entscheidend dafür sein, ob sich ein Arbeitnehmer für einen Arbeitgeber entscheidet. Hier kommen wir dann auch wieder zum Thema betriebliche Gesundheitsförderung innerhalb eines Unternehmens. Der Arbeitgeber ist am Zug, den Arbeitsplatz so attraktiv wie möglich zu gestalten. Dazu zählen Dinge wie Gesundheitsangebote, Work-Life Balance, Office 2.0 und aber eben auch gesellschaftliche Themen wie Homophobie, Rassismus uvm.. Hier reicht ein Obstkorb dann irgendwann auch nicht mehr aus.

Ein homosexueller Arbeitnehmer wird sich in Zukunft eher für ein Unternehmen entscheiden, dass sich aktiv für ihre Belange einsetzt, als für ein Unternehmen, in dem man Angst haben muss unter diskriminierenden Kommentaren zu arbeiten. Dies schmälert dann auch wieder die Leistung und die Zufriedenheit innerhalb der Organisation.

Ganz ehrlich. Sexualisierte Kommentare, Ausgrenzung, Beleidigungen, Mobbing, homosexuelle Witze usw. haben am und um den Arbeitsplatz nichts verloren. Die Unternehmen sind an dieser Stelle gefragt zu handeln, um das Arbeitsklima nicht zu gefährden, gute Mitarbeiter nicht zu verlieren und einen attraktiven, ausgeglichenen Arbeitsplatz zu bieten.

Homophobie im Jahr 2019 ist einfach uncool, man.