Wer hat schonmal vergessen zu atmen? Atmung ist essenziell. Ohne Atmung kein Leben. In der heutigen Zeit jedoch, wird es situationsabhängig vergessen und beeinflusst damit unseren Körper. Schonmal ein stressiges Meeting gehabt? Oder bei einem intensiven Training gedacht, dass die Luft wegbleibt? In stressigen Phasen atmen wir häufig sehr flach, was unterbewusst zu „Hyperventilation“ und damit zu weitreichenden Problemen führen kann.

Als Entspannungsmethode hat sich seit jeher die langsame bewusste Atmung und hier speziell das lange ausatmen bewährt. Doch was ist da wirklich dran? Was passiert im Körper? Macht es sinn bewusst zu atmen und vor allem lange auszuatmen?

Um die Antwort schonmal vorweg zu nehmen: JA!

Langes ausatmen kann den Vagusnerv positiv beeinflussen, die Herzfrequenzvariabilität verbessern und Stressreaktionen bekämpfen. Der Vagusnerv ist einer unserer Hirnnerven und der größte Nerv des Parasympathikus. Außerdem ist er für die Tätigkeit fast aller inneren Organe zuständig. Der Parasympathikus ist neben dem Sympathikus wichtigster Teil unseres vegetativen Nervensystems und ist für unsere Entspannung verantwortlich. Chillen wir also abends auf der Couch, läuft der Parasympathikus auf Hochtouren. Wenn man schon einmal mit Ängsten zu tun hatte, spielt der Parasympathikus ebenfalls eine große Rolle. Angst ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Wenn man sich vorstellt man würde vor einem freilaufenden Löwen stehen und hätte keine Angst, wäre das wahrscheinlich … semigut. Wenn es jedoch in Alltagssituationen vorkommt, z.B. im Büro, im Auto etc., ist das eher uncool. Der Sympathikus schießt hoch. Man hat eventuell sogar körperliche Symptome wie Schwindel oder Übelkeit. Das Ganze legt sich jedoch nach kurzer Zeit, weil der Parasympathikus Beruhigung forciert und irgendwann legen sich die Symptome. Kann man mal beobachten, wenn man damit zu tun hat. Auf alle Fälle hilft in diesem Fall eine Verhaltenstherapie. Hier hat sich ebenfalls bewusstes Atmen oder meditieren als Option bewährt.

Herzfrequenzvariabilität bezeichnet die Fähigkeit, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Ein gesunder Organismus passt die Herzschlagrate ständig an und gibt Auskunft über Leistungsfähigkeit etc.

Kommen wir zurück zur Atmung. Ich möchte hier gar nicht irgendwelche Studienergebnisse herunterrasseln, aber: Nimmst du bewusste tiefe Atemzüge, triggert dies den Vagusnerv der dann auf Herz Einfluss nimmt und damit ein grundsätzliches Gefühl von Entspannung hervorruft. Point.

In der Praxis hat sich das Prinzip der Box Atmung bewährt. Bei der Box Atmung stellt man sich ein Viereck vor und fährt die Linien immer wieder ab. Ca. 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden Luft anhalten, lange ausatmen, 4 s Luft halten und wieder von vorne. Am Anfang kann einem dabei z.B. schwindelig werden, aber mit etwas Übung wird man merken welche Benefits diese Übung hat.